Programm

Freitag, 12.02.2027

Tagesthema: Artenschutz & Naturgärten

Artenschutz & Naturgärten

Mit einem mutmachenden Blick auf das enorme Potenzial unserer Naturgärten starten wir in die Naturgartentage 2027. Die Vorträge von Dr. Ralf Engel, Dr. Peggy Seltmann und Prof. Dr. Christian Wirth eröffnen am Vormittag Perspektiven für bedeutsame Beiträge zum Naturschutz und arterhaltendes Gärtnern, die wir am Nachmittag im Podiumsgespräch genauer unter die Lupe nehmen. Die Bandbreite der Workshop-Angebote und der Markt der Möglichkeiten vervollständigen den Tag. Ein spannender Austausch und interessante Gespräche sind ebenfalls garantiert.

08:00 Uhr Einlass in die Stadthalle Hagen

08:15 Uhr Login & Test für die Online-Teilnehmenden

08:45 Uhr Begrüßung der Online-Teilnehmenden durch das Online-Team

09:00 Uhr Beginn, Begrüßung und Eröffnung in der Stadthalle Hagen
Begrüßung durch Karsten Mody für den Vorstand des NaturGarten e.V., mit Grußworten des Oberbürgermeisters der Stadt Hagen Dennis Rehbein und Eröffnung durch Friedhelm Strickler für das Orga-Team der Naturgartentage.

Vormittagsprogramm

09:30 – 10:00 Uhr Gärten und Parks für die Artenvielfalt

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Potenzialen und Handlungsmöglichkeiten

→ von Prof. Dr. Christian Wirth

Der Flächenanteil von Gärten und Parks in Deutschland liegt bei rund vier Prozent und entspricht damit in etwa dem von Naturschutzgebieten und Nationalparks. Das Potenzial von urbanen Flächen für den Biodiversitätsschutz ist hoch. Fast ein Drittel der Arten in Städten haben einen Rote-Liste-Status und etwa die Hälfte aller Tierarten Deutschlands können im urbanen Raum gefunden werden.

Viele Arten, darunter auch seltene, sind sehr mobil. Prof. Dr. Christian Wirth zeigt, welches Potenzial deshalb sowohl in der gezielten Entwicklung der Habitatqualität von Gärten und Parks als auch im Erhalt von Brachflächen liegt und welchen bedeutsamen Beitrag diese Flächen zur Förderung der Artenvielfalt leisten können.

Grundlage des Vortrags sind die Erkenntnisse des Faktenchecks zum Erhalt der Artenvielfalt, eines nationalen Assessments zur Biodiversität in Deutschland, sowie weitere Studien und Fallbeispiele.

Darauf aufbauend richtet Prof. Dr. Christian Wirth den Blick auf mögliche Wege der Umsetzung. In diesem Zusammenhang stellt er auch Arbeiten von Dr. Ingmar Staude aus seiner Arbeitsgruppe vor, der in den vergangenen Jahren wichtige Impulse für die Naturgartenforschung gesetzt hat.

10:30 Uhr Kaffeepause und offene Gesprächsrunde für die Online-Teilnehmenden

11:00 – 11:00 Uhr Von der Roten Liste in den Garten

Conservation Gardening als Transfersystem

→ von Dr. Peggy Seltmann

Mehr als 70 Prozent der Pflanzenarten Deutschlands sind in ihrem Bestand rückläufig. Gleichzeitig liegt in unseren Gärten ein enormes Potenzial: Sie können zu Schutzräumen für gefährdete Pflanzen werden.

Dr. Peggy Seltmann zeigt, wie Conservation Gardening den Transfer bedrohter heimischer Arten in die gärtnerische Praxis ermöglicht. Erste Forschungsergebnisse bestätigen dieses Potenzial, und engagierte Menschen bringen die Erkenntnisse bereits in ihre Gärten.

Mit dem Projekt REFUGIA verbindet sie wissenschaftliche Erkenntnisse, praktische Erfahrungen und die Dokumentation von Pflanzenvorkommen. An ausgewählten gefährdeten Pflanzenarten der Mittelelbe wird greifbar, was es bedeutet, wenn Gärten zu Refugien werden – und wie aus vielen einzelnen Gärten gemeinsam ein Netzwerk für den Artenschutz entstehen kann.

11:45 – 12:30 Uhr Artenvielfalt retten – und es geht doch!

Was ein einzelner Garten für den Naturschutz leisten kann

→ von Dr. Ralf Engel

Kann ein einzelner Garten einen spürbaren Beitrag zum Artenschutz leisten? Dr. Ralf Engel ist überzeugt: Ja.
Anhand seines „Hotzenwald-Naturgartens“ beschreibt er seinen Weg vom Naturgärtner zum engagierten Naturschützer. Ausgangspunkt waren heimische Wildpflanzen und die Frage, wie sich die Pflanzenwelt seiner Heimat – insbesondere die Flora rund um den Feldberg im Schwarzwald – in den eigenen Garten übertragen lässt.

Aus ersten Naturgartenideen entwickelte sich im Laufe der Jahre ein Garten, der heute als 1000-Arten- und Refugium-Garten Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten bietet. Dabei blieb es nicht beim eigenen Garten. Dr. Ralf Engel vernetzte sich zunehmend mit dem professionellen Naturschutz und engagiert sich heute auch für die Förderung gefährdeter Pflanzenarten in der Landschaft.

Sein Vortrag macht Mut und zeigt, welches Potenzial in naturnahen Gärten steckt. Gleichzeitig ist er ein Plädoyer für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Naturgartenbewegung und Naturschutz – denn Artenvielfalt lässt sich am wirksamsten gemeinsam erhalten.

12:30 Uhr Mittagessen

Nachmittagsprogramm

14:00 Uhr Workshops: Naturgarten konkret

→ zum Angebot

Am Freitag und Samstag gibt es nachmittags ein vielfältiges Angebot an Workshops zu den Themenbereichen → Gärten gestalten & Lebensräume schaffen, → Pflanzenwissen & standortgerechte Planung sowie → Handwerk, Praxis und Inspiration.

Wählen Sie bereits bei der Anmeldung für jeden gebuchten Veranstaltungstag Ihren Workshop aus!

Auch die Online-Teilnehmenden können wählen: Aus der Stadthalle übertragen wird am Freitag der Workshop →01 | Zwischen klarer Linie und lebendigem Grün von → Simon Braschel und → Philip Stubenrauch. Der Online-Workshop → 09 | Naturgärten zeichnen mit Zeichenwerk – Ideen sichtbar machen von → Daniel Nies findet sowohl Freitag als auch Samstag statt und kann auch in der Stadthalle miterlebt werden.

16:00 Uhr Kaffeepause und offene Gesprächsrunde für die Online-Teilnehmenden

16:45 – 18:15 Uhr Podiumsgespräch: Rote Liste im Garten – Chance oder Risiko?

Welche Rolle können Gärten beim Erhalt gefährdeter Arten spielen?

Artenvielfalt und die Möglichkeiten zu ihrer Förderung bilden einen besonderen Schwerpunkt dieses Tages. Nach drei Vorträgen am Vormittag führen wir das Thema am Nachmittag in einem gemeinsamen Podiumsgespräch weiter und öffnen den Austausch für das Publikum.

Die drei Referierenden Prof. Dr. Christian Wirth, Dr. Peggy Seltmann und Dr. Ralf Engel gehen gemeinsam mit Friedhelm Strickler und Moderatorin Barbara Stark der Frage nach, welche Rolle Gärten beim Erhalt gefährdeter Arten spielen können.

Sollten wir Rote-Liste-Arten und Arten, für deren Erhalt Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, gezielt in Gärten und Siedlungsräume holen? Welche Chancen liegen darin – und welche Risiken und Grenzen müssen wir im Blick behalten?

Wissenschaftliche Erkenntnisse, Conservation Gardening, praktischer Naturschutz und langjährige Naturgartenerfahrung treffen dabei aufeinander. Auch das Publikum wird einbezogen und ist eingeladen, seine Fragen an die Gesprächsrunde zu richten. So entsteht Raum für einen vielschichtigen Austausch darüber, welche Chancen im Siedlungsraum liegen und wie wir sie für den Erhalt gefährdeter Arten verantwortungsvoll nutzen können.

18:15 Uhr Abendessen

18:30 Uhr Verabschiedung der Online-Teilnehmenden

Abendprogramm

19:30 Uhr Siegerehrung Fotowettbewerb „Struktur! Biodiversitätsfördernde Strukturen, Totholzhecken, Trockenmauern und mehr.“

Was Naturgärten zu einem ganz besonderen Ort macht, ist die enorme Vielfalt an Lebensräumen und Strukturen. So werden Totholzbestand, Trockenmauern und Steinhaufen, feuchte und sumpfige Stellen, Sandarien, schützende Hecken und einiges mehr zu Habitaten und Rückzugsräumen für die unterschiedlichsten Tierarten, aber auch für selten gewordene Pflanzen mit ihren Standortansprüchen. Der Fotowettbewerb 2026/2027 macht diese Strukturen sichtbar. Die Teilnehmenden zeigten uns ihre besonderen Lebenswelten mit ihren Bewohner*innen und Pflanzen. Nach der Online-Abstimmung im Vorfeld der Naturgartentage wird nun präsentiert, welches Foto die Gunst des Publikums gewinnen konnte.

19:40 Uhr Vorstellung der Benefiz-Verlosung

Sabine Ridderskamp verwirklicht als unsere Lottofee auch in 2027 die Kunstlotterie. Kunst- und Kunsthandwerksprodukte, Bücher und Bilder werden zugunsten unserer Vereinsarbeit ausgelost. Wie das funktioniert und welches Projekt in diesem Jahr von den eingenommenen Spenden begünstigt wird, stellt sie kurz vor. Mehr dazu → hier.

19:45 Uhr Gespräche & Austausch im Restaurant „Felsenblick“